Posts Tagged Milieu

Typisch Venus…:-)

Gestern habe ich mich mit einer ehemaligen Kollegin aus dem Milieu getroffen.
Wir waren in einer Bar verabredet und sie kam wie immer viel zu spät.
Während ich gewartet habe hat mich ein Mann angesprochen.
Wir haben kurz geplaudert – eigentlich war er sehr langweilig, aber ich hatte ja gerade nichts besseres zu tun.
Als meine Ex-Kollegin kam habe ich ihn höflich aber bestimmt verabschiedet.
Er fragte, ob er meine Telefonnummer haben kann.
Gott bewahre- das fehlt mir gerade noch. NEIN!
Dann wollte er mir seine geben. Auch das wollte ich nicht. Ich habe ihm gesagt, dass ich Männer weder anrufe noch ihnen SMS schicke- also macht es keinen Sinn mir die Nummer zu geben.
Er war aber von der hartnäckigen Sorte, schrieb seine eMailadresse auf und drückte mir den Zettel in die Hand.
Bevor ich nun ewig weiter mit ihm diskutiere habe ich den Zettel genommen und in meine Handtasche gesteckt.
Meine Ex-Kollegin hat das ganze amüsiert verfolgt. Sie kennt mich ja und wusste, dass ich den Zettel entsorge, sobald er außer Sichtweite ist.
Endlich ging er dann und wir konnten in Ruhe plauschen.
Jetzt habe ich tatsächlich den Zettel aus meiner Tasche gefischt und wollte ihn wegschmeißen- da sehe ich, dass auf der Rückseite ein Stempel und ein Termin eines Arztes für Geburtshilfe ist.
Ich dachte ich spinne und habe natürlich sofort losgepoltert.
Wie schmerzbefreit die Typen eigentlich sind, wie unsensibel und überhaupt was für A….löcher!
Da bekommt die Frau ein Kind und sie quatschen fremde Frauen an und versuchen deren Telefonnummern einzusammeln!
Meine Kollegin hat den Zettel zunächst gar nicht gesehen und wusste gar nicht worüber ich mich gerade so aufrege. Ich habe ihr wortlos den Zettel gereicht und dachte das sei Erklärung genug.
Und Sie?
Fängt schallend an zu lachen.
Hä?
Sie hat sich gar nicht mehr beruhigen können.
Ich war etwas irritiert, hatte ich doch erwartet, dass sie in meine Schimpftirade einsteigt.
Ihr liefen fast schon die Tränen vor lauter Lachen.
Ich habe gar nichts mehr verstanden.
Und jetzt kommt der Hammer:
Das war ihre eMailaddy!
Als ich im Club aufgehört habe, hat sie mir die Mailaddy aufgeschrieben und ich hatte auch diesen Zettel in meine Handtasche gesteckt.
Und nun hatte ich nicht seinen Zettel sondern ihren Zettel herausgefischt:-)
Er war also ( ausnahmsweise) völlig unschuldig.
Da musste ich dann natürlich auch lachen, aber dann kam gleich der nächste Gedanke:
Warum hat sie eigentlich einen Termin bei einem Geburtshilfe Arzt?
Hoppla…!
Ich musste gar nicht fragen. Sie hat schon an meinem Gesichtsausdruck gesehen, dass mir gerade ein Kronleuchter aufgegangen ist:-)
Ja, sie ist schwanger!
Ein Wunschkind!
Und um mir das zu erzählen wollte sie sich auch mit mir treffen.
Das ist also die nächste, die aufhört, wenn auch aus anderen Gründen!
Aber ich freue mich für sie!

Nachdenkliches

Gestern war ich nun im Winterclub und hatte gehofft etwas Klarheit für mich zu bekommen.
Klar ist mir geworden, dass ich bisher tatsächlich ziemlich naiv war.
Natürlich kannte ich Zuhälter und Menschen aus dem Milieu- das bleibt nicht aus, wenn man in dieser Branche arbeitet, aber bisher hatte ich persönlich keine Probleme.
Gestern nun habe ich so vieles gehört, Zusammenhänge verstanden, Netzwerkanalysen bekommen und vieles von dem will ich glaube ich gar nicht wissen und vergesse es heute besser wieder.
” Mein Freund” ist Teil einer Gruppe, die mehrere ( Milieu) Clubs in der Stadt betreiben.
Offensichtlich gibt es da auch interne Machtkämpfe und auch Machtkämpfe mit anderen Gruppierungen.
Das größte Problem scheint offensichtlich der Nachschub an guten Mädels zu sein und da bekämpfen sie sich gegenseitig.
Madame ist auch nur ein ” Bauernopfer”, die nicht für sich, sondern im Auftrag handelt.
Ihre Aufgabe ist sozusagen die Aquise.
Da wird der Sommerclub zum Problemfall, eben weil die Frauen dort bekannterweise keine Zuhälter haben und insofern ” frei ” sind- also noch “angeworben” werden können.
Und nun kam ich ins Spiel und habe mich quer gestellt- nicht in meinem Fall- ich bin vermutlich eher uninteressant- sondern indem ich die anderen Mädels ” geschützt” habe und Madame angeraten habe, die Mädels in Ruhe zu lassen. Damit habe ich also nicht ihre, sondern die Geschäfte ihrer Hintermänner gestört.
Das am Freitag war also eine klare Ansage mich in Zukunft herauszuhalten und nach Einschätzung meiner ” Winterclubchefs” ist die Sache auch damit erledigt.
Indem ich den Rückzug aus dem Sommerclub angetreten habe, stehe nicht mehr im Weg und störe sie nicht mehr bei der Aquise.
So ganz entspannt bin ich allerdings nicht.
Zunächst stand gestern nicht mehr die Frage im Raum, ob ich weiter in dem Job arbeiten will, sondern ob ich es überhaupt kann. Das war ein Aspekt, den ich gar nicht bedacht hatte.
Natürlich musste ich meinen Chefs sagen was vorgefallen ist und ich habe gemerkt, dass sie erst einmal nachdenken mussten, ob von mir eine Gefahr für den Club ausgeht. In dem Fall hätte ich gar nicht mehr dort arbeiten können.
Sie haben sich besprochen und vermutlich auch mit anderen zum Thema telefoniert, in jedem Fall kam für mich erst morgens gegen 04.00 Uhr die ” Entwarnung”, verbunden mit einer Warnung:
Ich solle mich in der Tat vom Sommerclub fernhalten ( das hatte ich sowieso vor) und mich nicht mehr in solche Angelegenheiten einmischen, dann würde ich auch in Zukunft meine Ruhe haben.
Im Winterclub wäre ich absolut sicher – da müsste ich keine Sorge haben.
Das glaube ich dann nach dieser Nacht auch, denn wenn sie sich nicht sicher gewesen wären, dass ich dort sicher bin, wären auch andere gefährdet gewesen und ich hätte gar nicht dort bleiben dürfen.
Insgesamt macht mich das Thema aber doch sehr nachdenklich und auch wenn ich mich jetzt wieder relativ sicher fühle, hat es meine Einstellung zum Job grundlegend verändert.
So easy und ungefährlich wie ich es bisher erlebt habe, ist es eben nicht und im Moment habe ich Zweifel, ob ich weiter so unbedarft und mit viel Spaß an der Sache in diesem Job arbeiten kann.
Noch habe ich für mich keine Entscheidung getroffen, allerdings kenne ich mich lange genug und es wird in diesem Fall nicht anders sein, als bei Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen.
Gibt es erst einmal einen Riss wird der mit der Zeit immer größer, bis er nicht mehr zu kitten ist.

Wechselbad der Gefühle

Mich macht die Situation gerade ganz krank und überlagert bei mir alles andere.
Ich bin wütend.
Wütend auf meinen Chef, weil er viel zu lange gewartet hat und jetzt vermutlich selbst in der Misere sitzt. Wütend darüber, dass er ignoriert hat, dass Mädels in seinem Laden Angst haben ( vor Madame) und er ihr weiterhin eine Plattform geboten hat ( und noch immer bietet) , die sie jetzt ausgedehnt hat.
Wütend weil ich machtlos bin, weil ich nichts unternehmen kann außer zu warten. Warten auf was eigentlich? Das etwas passiert?
Wütend auf mich, weil ich mich nicht besser unter Kontrolle hatte und mich mit dem Typen auch noch angelegt habe, weil ich es mir nicht ” gefallen lassen” wollte. Warum kann ich nicht einfach einmal meinen Mund halten, statt ihn noch weiter zu reizen?
Dann habe ich bei June im Blog einen Artikel gelesen, der mich noch nachdenklicher gemacht hat. ( …weil er eine Frau krankenhausreif geschlagen hatte…)
Ja, naiv ist wohl auch in meinem Fall das richtige Wort.
Natürlich habe ich ab und zu brenzlige Situationen erlebt, anders als ” normale Frauen”, die nicht in dem Job arbeiten. Aber Angst? Nein! Hatte ich bisher nicht.
Es waren kurze Momente, in denen mein Adrenalinspiegel gestiegen ist, aber nachhaltig geängstigt habe ich mich nie.
Vielleicht hatte ich auch einfach nur Glück bisher!
Ich muss jetzt einfach eingestehen, dass es eben kein Job wie jeder andere ist.
Milieu ist einfach Milieu und kein Schönheitssalon.
Bisher konnte ich wirklich aus Überzeugung positiv berichten, weil ich selbstbestimmt gearbeitet habe und keine wirklich negativen Erlebnisse hatte. Ich kenne natürlich viele aus der Szene, aber es gab nie Stress oder Grund zur Sorge.
Das hat sich nun grundlegend geändert und im Moment weiß ich noch nicht wie ich damit umgehen werde.
Am Dienstag werde ich erst einmal die Lage sondieren und mich umhören und dann sehe ich weiter.
Um jeden Preis werde ich den Job nicht machen. Wenn ich das Gefühl bekomme, das jetzt der richtige Zeitpunkt wäre aufzuhören werde ich das auch tun.
Mit Angst zu leben nimmt mir meine Lebensqualität und das kann der kurze Spaß und auch das Geld nicht ausgleichen.

Atempause

Im Moment bin ich hin – und hergerissen…und weiß nicht, was ich tun soll.
Gestern hatte ich massive Probleme mit meiner “Krimilady” und jetzt haben wir eine Stufe erreicht, die dunkelrot blinkt und alle Sirenen in Gang setzt.
Einer ihrer ” Jungs” hat mich sehr konkret und auch sehr massiv bedroht und auch keinen Zweifel daran gelassen, dass er es sehr ernst meint. Zusammengefasst: Ich soll in Zukunft meine ” Schnauze” halten und mich nicht einmischen, sonst….
Dieser Mensch ist leider auch nicht zu Scherzen aufgelegt.
Im Moment weiß ich gar nicht genau was ich machen soll. Ich hatte Zeugen für die Drohung ( er hat u.a. gedroht mir eine Kugel durch den Kopf zu jagen), könnte ihn also rein theoretisch anzeigen nur bringt das nicht viel.
Vermutlich macht es das alles schlimmer, weil die Polizei mich nicht schützen kann und mit einer Anzeige gebe ich meine persönlichen Daten ( Name/ Adresse) preis.
Da er ” nur ” gedroht hat, verläuft so eine Anzeige auch im Sand.
Gegendrohungen wären nicht mein Stil, außerdem würde das zur Eskalation führen.
Selbst mein Chef scheint nun in der Zwischenzeit Angst vor diesen Leuten zu haben, denn er hat trotz dieses Vorfalls keine Konsequenzen gezogen und das ist kritisch, denn stärkt er diese Leute, die ihm noch mehr auf der Nase herumtanzen werden.
Es kann ja eigentlich nicht sein, dass das übelste Millieu zu uns ( in seinen! Laden) kommt und dort ungestraft ” seine Mädchen” bedroht. Damit macht er sich in der Branche zum Lutscher und öffnet dem Gesocks die Tür.
Madame darf auch weiter arbeiten und Mädels abziehen, bzw. sie subtil bedrohen und ihre Besucher- darunter alles was mit Drogenhandel und Milieu zu tun hat in unserem Laden ” als Besuch ” empfangen.
Ich verstehe das nicht!
Einerseits ist es ihm wichtig, dass “seine Frauen” keine Zuhälter haben und jetzt duldet er die Zuhälter sogar IN seinem Laden und greift nicht einmal ein, wenn sie IN seinem Laden vor Zeugen! Frauen massiv bedrohen!
Da läuft also ordentlich etwas aus dem Ruder.
Ich möchte mir keinen Schutz = Zuhälter organisieren müssen, um einigermaßen ” angstfrei” arbeiten zu können, also wird es für mich keine andere Konsequenz geben können als im Sommerclub aufzuhören.
Es ist schade, ärgert mich aber auch maßlos, denn hätte er früher reagiert ( als sie bei den Flattervögeln Hausverbot bekommen hat), hätte er ihr gleich am Anfang den Boden entzogen. Jetzt aber hat sie das Zepter in der Hand und er spielt ( muss er vielleicht sogar) nach ihren Regeln. Unfassbar!
Es zeigt wieder einmal, dass man drohendes Unheil wirklich im Keim ersticken muss- so wie es der Flattervogelchef getan hat.
Im Winterclub wäre so eine Entwicklung undenkbar, auch wenn die Chefs ( Chef & Chefin) noch sehr jung sind, aber sie werden in der Branche respektiert und sind unantastbar. Undenkbar das andere Zuhälter IN den Club kämen und dort ungestraft Mädels bedrohen würden.
Ich bin nicht sicher, ob die Gefahr gebannt ist, wenn ich in den Winterclub umziehe.
Ich habe natürlich gestern “gegengehalten” und ihn damit noch mehr gereizt, aber ich konnte nicht einfach ruhig sein und mir seine Beleidigungen & Drohungen unkommentiert anhören.
Ich schätze damit habe ich es nicht besser gemacht.
Und wieder bin ich beim Eingangssatz: ich weiß nicht was ich tun soll!
UPDATE:
Ich habe mich entschieden und auch schon alles klar gemacht: Ab Dienstag arbeite ich wieder ausschließlich in meinem Winterclub.
Da Madame ja weiter im Sommerclub arbeiten und konspirieren darf, würde sich im Sommerclub eine Eskalation nicht vermeiden lassen und da ist mir mein Leben und ein unversehrter Körper lieber als mich auf ein Kräftemessen einzulassen.

Es ist etwas im Busch!

Im Club war gestern absolut gar nichts los. Die Ferienzeit hat begonnen und zwar mit voller Wucht.
Die ganze Woche soll es schon sehr ruhig gewesen sein, aber gestern war es wirklich gruselig ruhig.
Jetzt kommen zwei harte Monate auf uns zu.
Was haben wir also gemacht?
Na was schon? Wir sind zu den Flattervögeln gefahren.
Seit einigen Wochen habe ich mir schon Gedanken über ein Mädchen gemacht, das bei uns arbeitet.
Sie ist Osteuropäerin und ist wie sie sagt seit zwei Jahren in Deutschland.
Mir ist schon länger aufgefallen, dass sie eigentlich nicht arbeitet.
Ich kann mich nicht erinnern gesehen zu haben, dass sie mit einem Gast nach oben gegangen ist und das obwohl sie eine außergewöhnlich hübsche Frau ist.
Im Grunde hat sie fast nur beidhändig telefoniert wenn sie bei uns war oder ” Besuch ” empfangen. Freunde, deren Gesellschaft ich nicht suchen würde.
Ganz am Anfang dachte ich erst sie sei vielleicht undercover im Polizeidienst, aber da unser Chef sehr viel Wert darauf legt, dass bei uns alles clean bleibt, wäre sie nach kurzer Zeit wieder verschwunden, weil es bei uns keinen Handlungsbedarf gibt.
Außerdem könnte sich eine Polizeibeamtin kaum ihren Lebensstil leisten.
Sie fährt ein extrem teures Auto, trägt sehr exklusiven – und sehr kostbaren- Schmuck.
Das passte also so oder so nicht.
Nur – verdient hat sie bei uns nichts- weil sie nicht gearbeitet hat.
Aufgefallen war mir auch, dass sie absolut keinen Alkohol trinkt, was ja grundsätzlich nicht zu beanstanden ist, aber bei ihr lag der Grund ganz sicher darin, dass sie die absolute Kontrolle behalten wollte.
Sie hat alles ganz genau beobachtet, daher dachte ich ja auch zuerst an einen ” Undercovereinsatz”. Sie hat den ” typischen” Blick.
Komische Geschichte.
In letzter Zeit ist sie ab und zu mit zu den Flattervögel gekommen. Auch dort hat sie sich eher schlechte Gesellschaft gesucht, die man normalerweise besser meidet.
Selbst die Flattervögel haben mich gefragt was sie ” wirklich” macht.
Ich weiß es nicht.
Bis gestern hatte ich die Vermutung, dass sie ganz bewusst Beziehungen ins Milieu knüpft, um dort selbst aktiv zu werden und es scheint sich zu bestätigen.
Gestern haben mir zwei unserer Frauen erzählt, dass sie ihnen ” Schutz ” angeboten hat.
Schutz wovor? Bei uns im Club brauchen wir keinen “Schutz”. Die Mädels haben natürlich abgelehnt.
Mir hatte sie letzte Woche eine SMS geschrieben, die ich auch ziemlich zweideutig fand.
Sie hat sich nach meinem Bein erkundigt und mir gute Besserung gewünscht, aber auch geschrieben, dass ich etwas aufpassen muss, wenn ich unterwegs bin.
Das mit meinem Bein ist ja nicht unterwegs passiert, sondern zu Hause und das weiß sie auch.
Es klang fast wie eine Warnung, die ich natürlich ignoriere.
Im Moment weiß ich noch gar nicht was ich davon halten soll.
Wenn sie diesen Weg weitergeht begibt sie sich natürlich selbst in Gefahr, weil sie nicht als junge Frau nach Deutschland kommen kann und in die jahrelang gewachsenen ” Seilschaften ” im Milieu eindringen kann.
Ich vermute, dass der nächste Plan ist, Mädels aus ihrem Land einzuschleusen und hier ” anzubieten”.
Beweisen kann ich das natürlich nicht, aber alles ( vor allem ihre ganz bewusste ” Kontakteknüpferei” ins ” Hardcoremilieu” ) deutet darauf hin. Angefangen hat sie mit den ” kleinen Fischen” – ihren Freunden, die sie ab und zu bei uns im Club besucht haben, jetzt ” spielt ” sie mit immer ” größeren Jungs” und das könnte ein Spiel mit dem Feuer werden.
Es besteht natürlich auch die Gefahr, dass sie auf die Idee kommt unseren Mädels zu beweisen, dass sie doch ihren ” Schutz” benötigen.
Es zieht sich jedenfalls zusammen und es gefällt mir nicht was sich da zusammenbraut!

Halleluja…!

Eigentlich will ich einmal ganz entspannt abeiten und Geld verdienen… Keinen Zickenkrieg, keine ” Blasenquatscher”, keine ” Liebeskasper”, einfach nur nette unkomplizierte Jungs, mit denen man Geld verdienen und auch etwas Spaß haben kann.
Aber nein…heute hatten wir erst im Club einen Polizeieinsatz und das war nicht so lustig…eher einen der kritischen Sorte. Milieu trifft Milieu.
Bei uns ist es erfahrungsgemäß so, dass beim ersten Räuspern die Polizei kommt, dann aber beim nächsten Minihusten gleich das SEK und das innerhalb von wenigen Minuten. Das sind so Situationen, die ich gerne meide.
Stimmung mag ich, aber Bombenstimmung muß ich nicht immer haben.
Die SEK – Jungs sehen zwar ziemlich lecker aus in ihren schwaren Ganzkörperanzügen, aber es gibt Tage- wie heute- da habe ich gerne einen ausgeglichenen Adrenalinhaushalt, auch wenn ich Männer in schwarz wirklich sexy und sehr erotisch finde.
Also bin ich nach dem ersten Räuspern- das schon recht heftig war, zu den Flattervögeln gefahren.
Auf die SEK Jungs wollte ich nicht warten.
Mir war heute nicht nach Sensationslust.
Ein bischen Bla-Bla hier und da, mehr war von mir heute nicht zu erwarten. Keine Dramen bitte.
Und was soll ich Euch sagen???
Auch bei den Flattervögeln stand dann plötzlich die Polizei vor der Tür…Und wenn die grünen Jungs dann schon zu mir ” Hallo, was ist denn hier wieder los? ” sagen, dann mache ich mir langsam ernsthaft Gedanken, ob ich nicht kochen lernen und ein ” nomales ” 9to5 Leben” führen sollte.
Naja, das war eher ein Einsatz von der ” easy-going” Sorte- unspektakulär, aber trotzdem offiziell mit Mütze und ganz in grün. ( By the way- Wer hat eigentlich diese gräßlichen Uniformen entworfen? )
Nun ja, jetzt ist es ” kurz vor 12″ im doppelten Wortsinn und ich gehe erst einmal schlafen.
Vielleicht kommt mir im Traum die Erleuchtung…Vermutlich nicht und dann erzähle ich Euch morgen – oder heute abend- die Details.
Gute Nacht für mich und einen tollen Tag für Euch!
Bis ich wieder fit & ausgeschlafen bin, können die die Lust auf Verkleidungen haben sich ein schönes ( kein grünes!) Polzeioutfit beim Karneval-Megastore bestellen.
Ich habe jeden Tag Freak-Show:-)
KARNEVAL MEGASTORE – ALLES für die perfekte Verkleidung!

Nicht ganz ungefährlich – explosive Stimmung

In den letzten Tagen ist so vieles passiert, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Vermutlich sind wir am Freitag knapp einer Katastrophe entkommen, zumindest hoffe ich das.
Ich war mit Adrian – über den ich hier schon berichtet habe und einer Kollegin feiern. Wie ich schon erwähnt habe mag ich die ” normalen ” Diskotheken nicht und suche mir meistens bewusst Clubs aus, in denen teilweise auch Leute aus dem ” Milieu ” verkehren, wobei das nicht immer nur Prostitution ist.
Auch wenn es sich merkwürdig anhören mag: Sie gehen mit uns entspannter um als ein ” Normalo”, der ewig und drei Tage diskutieren möchte warum wir diesen Job machen und der uns von der ” wahren Liebe” überzeugen möchte. Diese Leute sind so ” abgeklärt ” wie wir und daher entfallen diese lästigen Diskussionen.
Hier wird ein nein gewöhnlich diskussionslos respektiert, abgesehen davon gehen diese Menschen meistens nicht weg um Frauen anzubaggern- schon von daher haben wir unsere Ruhe.
Meistens ist es aber dort für uns angenehm, weil wir eben ausgelassen feiern können ohne blöd angemacht zu werden.
Meistens wie gesagt. Das war nun am Freitag anders.
Was anfangs genau passiert ist, habe ich nicht mitbekommen. Fakt ist, dass meine Kollegin einem Araber offensichtlich einen Korb gegeben hatte und er damit ein Problem hatte. Jedenfalls – und das habe ich dann gesehen, nahm er sein Glas und schüttete ihr den gesamten Inhalt über den Kopf.
Sie ist normalerweise ein ganz ruhiger und völlig entspannter Typ, wenn man sie aber reizt, plustert sie sich förmlich auf und wird zu einer Kampfmaschine.
Innerhalb von einer Sekunde verwandelte sich der Laden in eine Kampfarena. Sie ist nach der ” Glasattacke” natürlich sofort auf ihn losgegangen und in dem Bruchteil einer Sekunde artete das ganze aus.
Ich habe sofort meine Kollegin gegriffen und sie aus der ” Schußlinie” gezogen. Auch wenn es ihr natürlich schwer gefallen ist, durfte sie auf keinen Fall weiter provozieren und die Situation weiter anheizen.
Auf der anderen Seite hatte ich Adrian, der in solchen Dingen sehr naiv ist und meinte die Situation entschärfen zu können, indem er auf den Barhocker stieg und laut verkündete alle sollten einfach nur ihren Spaß haben. Ich dachte mein Herz bleibt stehen.
Nun sind einige ” Hochkaräter” vor Ort gewesen und die kennen sich natürlich untereinander und stellen sich recht schnell gegenseitig ruhig, weil in der Öffentlichkeit natürlich niemand auffallen möchte.
Normalerweise hätten die Araber nach dieser Geschichte sofort Hausverbot bekommen, nur hat sich das in diesem speziellen Fall niemand getraut sie vor die Tür zu setzen.
Der ” Chef ” dieser Gruppe ist kein kleiner Fisch und der Araber, dem meine Kollegin den Korb gegeben hatte, ist einer seiner Gorillas.
Die Stimmung war derart explosiv, dass es körperlich spürbar war.
Die Ruhe war keine und jeder wusste es. Alle sind wie die Katzen umhergeschlichen und haben sich gegenseitig beobachtet, bereit jederzeit zum Sprung anzusetzen.
Nun hat ein Gast, der auch nicht ohne ist, kurzerhand die Polizei gerufen. Ein Funke hätte genügt und die Situation wäre wieder eskaliert, vermutlich sehr viel dramatischer als zuvor. Darauf wollte er nicht warten.
Als die Polizei kam sind die Araber mehr oder weniger freiweilig mit nach draußen gegangen und das war ja zunächst einmal gut.
Die Polizei konnte sie natürlich nicht mitnehmen, weil sie ja nichts getan hatten.
Also ist die Polzei wieder abgezogen, die Araber aber blieben vor der Tür stehen.
Zwei, drei Leute haben versucht zu vermitteln, aber das war offensichtlich nicht möglich. Die Araber haben die Belagerung nicht aufgegeben. Nach zwei Stunden hat dann wieder jemand die Polizei gerufen, aber natürlich konnten die nach wie vor nichts unternehmen. Es ist nicht verboten vor einem Laden zu stehen. Natürlich hat die Polizei sie ermahnt, aber die Jungs sind geübt im Umgang mit der Polizei.
Im Endeffekt haben beide Seiten ” aufgerüstet “. Es ging natürlich schon längst nicht mehr um meine Kollegin. Sie war der Auslöser, aber die Entwicklung dieses Abends hatte ganz andere Hintergründe.
Abgesehen davon, dass ich sehr sicher bin, dass die Polizei im Hintergrund vor Ort war, waren draußen später mehr Menschen als im Laden. Drinnen und draußen hatten zuvor die Telefonleitungen geglüht… So haben sich alle ” gegenseitig ” Geleitschutz gegeben.
Da denken immer alle unser Job sei gefährlich…aber solche Situationen spielen sich nicht in den Clubs, sondern im Leben ab.
Es ist gut gegangen, zumindest für diese Nacht, aber ein fader Nachgeschmack bleibt doch.
Am Rande fand ich eine Begebenheit noch sehr eindrucksvoll und erwähnenswert. Bei uns saß die Frau eines bekannten Spitzensportlers. Sie geht ab und zu alleine auf die Piste und bevorzugt aus den gleichen Gründen wie wir die etwas ” schrägen Läden”, weil sie dort ihre Ruhe hat. Dort interessiert es keinen wer sie ist und wer ihr Mann ist. Dort ist sie eine wie alle anderen. Sie ist teilweise etwas durchgeknallt, aber sie hat das Herz am richtigen Fleck.
Als der Araber meiner Kollegin das Glas über den Kopf geschüttet hat war sie mit die erste, die fast über den Tresen gesprungen ist und auf ihn losgehen wollte. Spontan. Natürlich hat ein anderer sie sofort zurückgehalten und festgehalten. Nach dem ersten spontanen Einschreiten wurde ihr dann auch sofort klar, dass hier andere Kräfte wirken. Aber ich fand diese Zivilcourage schon sehr beeindruckend.