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Atempause

Im Moment bin ich hin – und hergerissen…und weiß nicht, was ich tun soll.
Gestern hatte ich massive Probleme mit meiner “Krimilady” und jetzt haben wir eine Stufe erreicht, die dunkelrot blinkt und alle Sirenen in Gang setzt.
Einer ihrer ” Jungs” hat mich sehr konkret und auch sehr massiv bedroht und auch keinen Zweifel daran gelassen, dass er es sehr ernst meint. Zusammengefasst: Ich soll in Zukunft meine ” Schnauze” halten und mich nicht einmischen, sonst….
Dieser Mensch ist leider auch nicht zu Scherzen aufgelegt.
Im Moment weiß ich gar nicht genau was ich machen soll. Ich hatte Zeugen für die Drohung ( er hat u.a. gedroht mir eine Kugel durch den Kopf zu jagen), könnte ihn also rein theoretisch anzeigen nur bringt das nicht viel.
Vermutlich macht es das alles schlimmer, weil die Polizei mich nicht schützen kann und mit einer Anzeige gebe ich meine persönlichen Daten ( Name/ Adresse) preis.
Da er ” nur ” gedroht hat, verläuft so eine Anzeige auch im Sand.
Gegendrohungen wären nicht mein Stil, außerdem würde das zur Eskalation führen.
Selbst mein Chef scheint nun in der Zwischenzeit Angst vor diesen Leuten zu haben, denn er hat trotz dieses Vorfalls keine Konsequenzen gezogen und das ist kritisch, denn stärkt er diese Leute, die ihm noch mehr auf der Nase herumtanzen werden.
Es kann ja eigentlich nicht sein, dass das übelste Millieu zu uns ( in seinen! Laden) kommt und dort ungestraft ” seine Mädchen” bedroht. Damit macht er sich in der Branche zum Lutscher und öffnet dem Gesocks die Tür.
Madame darf auch weiter arbeiten und Mädels abziehen, bzw. sie subtil bedrohen und ihre Besucher- darunter alles was mit Drogenhandel und Milieu zu tun hat in unserem Laden ” als Besuch ” empfangen.
Ich verstehe das nicht!
Einerseits ist es ihm wichtig, dass “seine Frauen” keine Zuhälter haben und jetzt duldet er die Zuhälter sogar IN seinem Laden und greift nicht einmal ein, wenn sie IN seinem Laden vor Zeugen! Frauen massiv bedrohen!
Da läuft also ordentlich etwas aus dem Ruder.
Ich möchte mir keinen Schutz = Zuhälter organisieren müssen, um einigermaßen ” angstfrei” arbeiten zu können, also wird es für mich keine andere Konsequenz geben können als im Sommerclub aufzuhören.
Es ist schade, ärgert mich aber auch maßlos, denn hätte er früher reagiert ( als sie bei den Flattervögeln Hausverbot bekommen hat), hätte er ihr gleich am Anfang den Boden entzogen. Jetzt aber hat sie das Zepter in der Hand und er spielt ( muss er vielleicht sogar) nach ihren Regeln. Unfassbar!
Es zeigt wieder einmal, dass man drohendes Unheil wirklich im Keim ersticken muss- so wie es der Flattervogelchef getan hat.
Im Winterclub wäre so eine Entwicklung undenkbar, auch wenn die Chefs ( Chef & Chefin) noch sehr jung sind, aber sie werden in der Branche respektiert und sind unantastbar. Undenkbar das andere Zuhälter IN den Club kämen und dort ungestraft Mädels bedrohen würden.
Ich bin nicht sicher, ob die Gefahr gebannt ist, wenn ich in den Winterclub umziehe.
Ich habe natürlich gestern “gegengehalten” und ihn damit noch mehr gereizt, aber ich konnte nicht einfach ruhig sein und mir seine Beleidigungen & Drohungen unkommentiert anhören.
Ich schätze damit habe ich es nicht besser gemacht.
Und wieder bin ich beim Eingangssatz: ich weiß nicht was ich tun soll!
UPDATE:
Ich habe mich entschieden und auch schon alles klar gemacht: Ab Dienstag arbeite ich wieder ausschließlich in meinem Winterclub.
Da Madame ja weiter im Sommerclub arbeiten und konspirieren darf, würde sich im Sommerclub eine Eskalation nicht vermeiden lassen und da ist mir mein Leben und ein unversehrter Körper lieber als mich auf ein Kräftemessen einzulassen.

Ärger liegt in der Luft!

Eigentlich konnte man den drohenden Ärger gestern schon spüren als zwei neue Gäste den Club betraten.
Die klassische Besetzung für jeden Klischeefilm zum Thema ” Zuhälter”.
Mit Schmuck behangen wie ein Weihnachtsbaum. Uhren, die mehr kosten als manche Eigentumswohnung und vermutlich sogar echt. Keine Big Bodies, aber ein provozierender Gang, der Platz schafft.
Das ganze Auftreten war eine einzige Provokation.
Unser Chef war sofort in Alarmbereitschaft, aber auch die Mädels haben sich weitgehend zurückgehalten.
Anfangs entwickelte sich die Situation fast harmlos. Die beiden haben ein paar dumme Sprüche gemacht, waren aber eigentlich ziemlich friedlich und haben das Spiel ” good boy / bad boy ” gespielt.
Der eine war der Streßmacher, der immer wieder ansatzweise Ärger gesucht hat, der andere war der, der ihn immer wieder zurück in die Spur gebracht hat.
Ich saß mit übereinandergeschlagenen Beinen auf einem Barhocker. Hatte High Heels mit Fesselriemen an.
Plötzlich griff der Streßmacher nach meinem Fuß und drehte ihn fast um, um sich den Stiletto genau anzusehen.
Ich habe nur gesagt: ” Freund, heute wäre doch ein guter Tag mit gutem Benehmen anzufangen”.
Er hätte sich noch nie im Leben benehmen müssen und würde ganz sicher heute nicht damit anfangen. Aber meinen Fuß hat er losgelassen und zum Glück auch kein weiteres Interesse an mir gezeigt.
Die beiden waren mir zutiefst zuwider.
Aus welchem Grund auch immer hat sich aber eines unserer Mädels darauf eingelassen mit dem ” good boy” auf einen Hausbesuch gehen zu wollen. Ich – und auch die anderen Mädels – waren völlig geschockt über diese Naivität und haben sofort versucht das zu verhindern. Sie war erst fast sauer auf uns weil wir sie davon abhalten wollten. Er wäre schließlich der ” good boy ” und mit dem anderen würde sie ja nicht gehen…
Bevor wir lange diskutieren konnten hat unser Chef sich eingemischt und diesen Hausbesuch ” verboten”. Hat sich das schon kassierte Geld von ihr geben lassen, um es dem ” good boy” zurückzugeben und dann war alles eins…Der “bad boy” fühlte sich in seiner Ehre verletzt und ist sofort auf unseren Chef losgegangen, der good boy dazwischen. Es gab eine ziemliche Rangelei, die glücklicherweise auf einen schmalen Gang innerhalb des Clubs beschränkt war, so dass weder Gäste noch Mädels in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Der ” good boy” hat allerdings vermutlich wirklich das schlimmste verhindert, in dem er wie eine Mauer zwischen dem ” bad boy ” und unserem Chef stand und die Schläge weitgehend abgewehrt hat.
Natürlich haben wir die Polizei gerufen, wir wussten ja nicht wie weit das eskalieren würde.
Wie auch immer – die drei sind – zusammen mit anderen Gästen, die notfalls unseren Chef verteidigen wollten- auf der Straße gelandet. Dort gab es dann noch einigen Streß, aber der ” good boy” hat diesen rasenden Stier irgendwie beruhigen und ihn in ein Taxi verfrachten können.
Ganz so ” harmlos” wie es sich anhört war es nicht. Der “bad boy” hat vor Wut geschäumt und wüste Drohungen ausgestoßen, die man bei solchen Typen natürlich auch bitterernst nehmen muss.
Wir hatten solche Situation schon, bei denen die ” Unruhestifter ” am gleichen, bzw. am nächsten Tag zurückgekommen sind, aber da kommt dann wie gesagt nicht mehr nur die Polizei.
Einmal konnten wir drinnen noch gar nicht abschätzen, dass es wieder kurz vor der Eskalation stand, als wir fast zufällig gesehen haben, dass es draußen von SEK Leuten nur so wimmelte.
Wir haben drinnen glücklicherweise nicht viel davon mitbekommen, das wurde alles draußen erledigt, aber es war ein beängstigendes Szenario.
Ich muss das nicht haben.
Also bin ich zu den Flattervögeln gefahren.