Die Bild berichtet heute von drohenden Steuerfahndungen im Bordell.
Die Branche macht nach Schätzungen jährlich sieben Milliarden Euro Umsatz und davon will der Staat natürlich auch etwas haben.
Wir haben bei uns sowohl in Club a als auch in Club b jährlich mindestens zwei Steuerfahndungen.
Allerdings gibt es schon in diesen beiden Clubs große Unterschiede in der Art wie die Umsätze versteuert werden.
Club a ( mein Winterclub) nimmt am sogenannten “Düsseldorfer Verfahren” teil.
Das bedeutet, dass die Mädchen entweder einen Arbeitsvertrag haben, selbstständig sind und ihre Steuern selbst entrichten oder täglich pauschal – verdienstunabhängig – 30 Euro vorauszahlen.
Ich bin selbstständig, muss also den Beamten der Steuerfahnung wenn sie kommen meine Personalien, meinen Gewerbeschein und meine Steuernummer vorlegen, die sie dann überprüfen.
Dafür muss ich einen Steuerberater haben, ein Kassenbuch führen, meine Umsatzsteuererklärung einreichen und natürlich auch Einkommensteuer bezahlen.
Die Mädchen, die die 30 Euro Pauschalsteuer zahlen müssen diese Steuer unabhängig vom Einkommen täglich ( wenn sie arbeiten) zahlen, d.h. auch wenn sie gar nichts verdienen.
Der Vorteil für diese Mädchen ist, dass die Pauschalsteuer anonym bleibt,d.h. der Bordellbesitzer führt Listen mit den ” Künstlernamen” der Mädchen und der täglich bezahlten Steuer.
Diese Listen müssen täglich zu Arbeitsbeginn ausgefüllt werden- steht die Fahndung vor der Tür müssen sie natürlich exakt stimmen. Da steht dann z.B. Venus – 03.06. anwesend – 30 Euro bezahlt. Die 30 Euro werden von den Mädchen an den Bordellbesitzer bezahlt, der diese dann an das Finanzamt weiterleitet.
Das kann unter Umständen auch kritisch sein, nämlich wenn der Bordellbesitzer diese 30 Euro nicht abführt. Die Mädels können das nicht überprüfen und müssten schlimmstenfalls erneut die 30 Euro für tägliche Anwesenheit zahlen, wenn der Bordellbesitzer sich am Jahresende z.B. aus dem Staub machen würde…
Man muss also genau hinsehen, ob man dem Bordellbesitzer vertrauen kann, aber das sollte man in diesem Job grundsätzlich kritisch prüfen!
Bei vielen Mädchen wissen selbst die Ehemänner oder Freunde nicht welchen Job sie da ausüben, dazu in einem anderen Posting später einmal mehr- und für diese Mädchen ist die Pauschalsteuer natürlich die Rettung um weiter anonym im Bordell arbeiten zu können.
Theoretisch könnten sie am Jahresende eine Einkommensteuererklärung machen und würden eventuell Steuern erstattet bekommen, aber darauf verzichten die meisten natürlich.
Großverdiener der Branche fahren mit der Pauschalsteuer sowieso ganz gut. Die Mädchen, die weniger verdienen zahlen drauf, wahren aber dafür ihre kostbare Anonymität.
Ich bekomme mein Geld täglich ausgezahlt, schreibe dem Club aber am Monatsende eine Rechnung und weise die Mehrwertsteuer aus.
In Club b ( der aktuelle Sommerclub) läuft es etwas anders.
Hier haben wir eine Zimmermiete, d.h. wir zahlen dem Chef lediglich die feste Miete für das Zimmer und vereinbaren den Preis mit dem Gast selbst. Unser Chef bekommt also ” unser Geld” gar nicht erst in die Hand. Bezahlt der Gast bar, zahlen wir nur die Zimmermiete und behalten den Rest sofort, zahlt er mit Karte, wird die Zimmermiete abgezogen und das ” Honorar ” sofort bar ausgezahlt.
Dafür müssen wir uns aber alle mit Steuernummer anmelden. Dieser Club nimmt am Düsseldorfer Verfahren nicht teil, d.h. es gibt auch für die Mädels keine Möglichkeit anonym ( im Sinne von unbemerkt vor dem Ehemann) zu arbeiten.
Kommt die Steuerfahndung müssen wir die Papiere vorzeigen.
Die Teilnahme am Düsseldorfer Verfahren ist bisher für die Bordellbesitzer freiwillig, allerdings hält er sich damit die Steuerfahndung in den eigenen Räumen vom Hals. Zahlen die Mädchen alle ( nachweisbar) Steuern, hat natürlich auch der Bordellbesitzer nichts zu fürchten.
Die Pauschalsteuer liegt je nach Bundesland zwischen 10 und 30 Euro, soll aber wohl auf einheitlich 25 Euro angesetzt werden.
Apropros…ich muss diese Woche Gas geben…!
Nächste Woche wird die Umsatzsteuer und die Einkommensteuervorauszahlung fällig und die letzten Tage habe ich ” verplaudert”, statt mich um die Umsätze zu kümmern:-)


