Vielleicht habe ich ja manchmal komische Ideen?!
Gestern kam mir wirklich spontan der Gedanke warum es eigentlich keine ” Partnerbetreuung” gibt.
Menschen lassen ihre Eltern und ihre Kinder betreuen und im Bestfall lieben sich sogar der Betreuer und die Betreuten – also Kind liebt die Nanny, Nanny liebt Kind – und jeder ist glücklich.
Kinder und Eltern, bzw. Großeltern dürfen also ” fremdgeliebt” werden, bei Partnern ( wobei bei den ” Betreuern ” nicht einmal Liebe im Spiel wäre ) hört der Spaß aber auf.
Warum eigentlich?
Okay- Oma, Opa, Eltern und Kinder hat man ” im Sack”.
Die werden einen nie verlassen, beim Partner ist es anders.
Haben die Menschen also nur Angst verlassen zu werden und legen deswegen sicherheitshalber Handschellen an?
Bei Kindern und Eltern können sie doch auch ” loslassen”, warum also nicht beim Partner?
Viele Frauen haben gar keine Lust auf Sex, oder keine Lust auf bestimmten Praktiken- wäre es da nicht naheliegend, wenn sie selbst einen Sexpartner für ihren Partner aussuchen, so wie sie auch Omasitter und Babysitter aussuchen?
Kontrollierter Sex sozusagen- besser als wenn er heimlich um die Häuser schlumpert und sich gierig mit ONS versorgt, oder sich im schlimmsten Fall noch eine kämpferische Geliebte zulegt, die die ganze Familie mit nächtlichen Anrufen tyrannisiert.
Dann doch lieber einen selbsterwählten Profi, oder?



hmmmmmmm…
interessanter ansatz – schließlich ist der mensch ja eigentlich auch KEIN monogames Lebewesen
Lg
Der Frisoer
Ist eigentlich ne gute Idee. Kann ich nur zustimmen. Auch wenn ich jetzt von selber nicht drauf gekommen wäre
.
meine Ansichten zur Monogamie kennt ihr ja jetzt eh schon…
@Judy, war mir klar, dass du die Idee gut findest:-)
Aber ich muss sagen: mir gefällt sie auch immer besser!
Ich denke, dass die meisten (wie ich) an eine dauerhaft monogame Beziehung glauben. Zumindest die meisten Frauen – wenn an den ganzen Klischees auch nur ein wenig dran sein sollte, bin ich meinungsmäßig und emotional eher weiblich “gepolt”, auch wenn ich mich nicht so fühle und so sehr zufrieden mit mir bin
Sicher wären Erfahrungen mit einem/einer/mehreren Anderen in einer Beziehung interessant, aber ich denke, dass dies weit über das “normale” Vertrauen hinaus geht und ob ich dazu fähig bin, wage ich zu bezweifeln, auch wenn ichs theoretisch schwer abschätzen kann.
Soweit ich mit meinen 25 Jahren zurückdenken kann, empfinde ich die emotionale Bindung zwischen zwei Partnern als wesentlich wichtiger, weswegen ich auch nicht glaube, dass ich ohne “klassischen” Sex irgendetwas “verpasst” habe. Klar ist es für Bisexuelle noch schwieriger, sich auf einen einzigen Partner einzulassen, erst recht, wenn es sich um eine “ausgeglichene” Bisexualität handelt. Bei mir liegt die Priorität eindeutig bei den Frauen und beziehungsmäßig würde ich mich auch als Hetero bezeichnen. Daher würde ich mich für eine Beziehung auch sehr gerne auf eine Monogamie einlassen.
Des Weiteren ist eine “Erlaubnis” für fremde Partner eine weitaus größere Dimension, da ohne “Aufsicht” und ohne Rücksicht auf den festen Partner kein Gedanke an diesen “verschwendet” werden muss. Das Verhalten dort und auch die quasi unbegrenzten Möglichkeiten (heimliches Fremdgehen werden einige wohl nur riskieren, wenn sie wieder “Druck” ablassen möchten, weil z.B. der feste Partner die Sache nicht mag) können selbst funktionierende Beziehungen zum Bruch bringen. Denn je mehr Geschmack man bekommt, desto eher verschieben sich die eigenen Sichtweisen und Prioritäten zwischen Partner und “Betreuer”.
Damit will ich das nicht komplett verteufeln. Ich denke jedoch, dass für offene Beziehungen jeglicher Art neben einem immensen Vertrauen (mit womöglich weniger Eifersucht als “normal”) auch beide gleich ticken und vom Typ her sehr aufgeschlossen sein müssen, um sich darauf ohne Zweifel einlassen zu können. Wer dies mittel- oder gar längerfristig schafft, hat meinen großen Respekt verdient.
@Thorsten- zunächst muss ich fragen, ob da nicht in sich eine Widerspruch vorliegt?
Du bezeichnest Dich als bisexuell, aber auch als monogam und päferierst die Heterobeziehung.
Da gibt es für mich einen Bruch.
Wie lebst du die Bisexualität aus, wenn Du in einer monogamen Heterobeziehung lebst?
“schließlich ist der mensch ja eigentlich auch KEIN monogames Lebewesen”
das ist so nicht richtig. Viele benutzen das als Ausrede für fremdgehen, dabei gibt es zwar keine Monogamie im Tierreich, in dem Sinne, dass ein Tier einen partner erwählt und ihn ein Leben lang beibehält, aber es gibt Polygamien, in denen quasi alle wild durcheinander vögeln, und welche, die ich mal “Serien-Polygamie” nenne: verschiedene Partner, aber immer nacheinander. Also Beispielsweise jede brutzeit ein neuer partner aber den dann für diesen zeitraum ohne fremdgehen.
beide versionen gibt es bei Primaten und es spricht einiges dafür, dass Menschen eigentlich nach dieser “Serien-Polygamie” leben. Also ein Partner, Beziehung beenden, neuer Partner.
@meinspieltrieb- nach meiner Beobachtung ist das altersabhängig und das ist an sich auch logisch:
Jüngere leben ” Serien-Polygam”, ältere dann überwiegend polygam – wobei sicher auch einige wenige monogam leben.
Warum?
Die ” älteren” haben Veräntwortung. Eventuell ein Haus, Kinder usw. Da ist es dann nicht ganz so einfach Adieu zu sagen und da wird dann die heimliche Polygamie als Alternativprogramm gewählt.
Eine Trennung ist in bestimmten Lebensphasen sehr schwierig bis unmöglich.
Die jüngeren haben es da einfacher: keine Kinder, keine unübersichtlichen finanziellen Verflechtungen – also Adios, der nächste Bitte.
Und das ist auch der Unterschied zum Tierreich.
Die ” Kinder ” sind schneller aus dem ” Haus” und das Haus ist nicht im Grundbuch eingetragen und mit Krediten belastet.
@ venusreport:
Abgesehen davon, dass meine Bisexualität nicht ausgeglichen ist sondern ich Frauen präferiere, empfinde ich – zumindest bisher – die emotionale Seite einer Beziehung für wichtiger als die sexuelle. Daher sehe ich auch keinen “zwingenden” Bedarf, mir alle meine Wünsche zu erfüllen. Ich mag sehr vieles und bin daher auch mit sehr vielem glücklich
Als ich letztes Jahr in einer Bekanntschaft zu einer Frau mehr gesehen hab als gedacht, hatte ich auch die Erfahrungen mit Männern pausiert und es dann (auch nach dem Ende des Kontaktes zu ihr) dabei belassen hab, weil meine Priorität auf dem “Ernsthaften”, Emotionalen (also eine Partnerschaft) lag und nicht bei dem “schnellen” Vergnügen ohne eine enge Beziehung. Nach über einem Jahr habe ich dies nochmal überdacht und bin von dieser Einstellung weggekommen, weil ich mich damit selber nur unnötig unter Druck setze, dass es mit einer Beziehung endlich mal klappt. Aber durch dieses Jahr habe ich ja auch gesehen, dass es auch sehr gut “ohne” klappt, ebenso wie ohne Sex (GV und/oder AV), da ich mich zwar danach sehnen, aber ohne Erfahrung (abgesehen von Spielzeugen) nichts vermissen kann
“Viele benutzen das als Ausrede für fremdgehen, dabei gibt es zwar keine Monogamie im Tierreich, in dem Sinne, dass ein Tier einen partner erwählt und ihn ein Leben lang beibehält,…” Doch gibt es: störche, schwäne, pinguine, alle monogam.
@charlotte nein. das denken viele, es entspricht jedoch nicht der wahrheit. diese tiere “gehen fremd” wenn sie die gelegenheit dazu haben
nicht sehr bekannt aber richtig.
Tiere sind so menschlich:-) Gibt es überhaupt ein treues Tier? Sag’ jetzt bitte nicht nein…!
Der Goldfisch vielleicht?
es gibt Tiere, die sich für eine Paarungszeit fest zusammentun und in der Zeit auch treu sind
Da viele Vögel zum Beispiel.
Ich hatte zwei Seminare zu dem Thema und das war leider etwas ernüchternd.
Naja, welcher Zeitraum entspricht denn einer Paarungszeit? Ich schätze das schaffen Menschen auch, nur wenn es über einen längeren Zeitraum geht wird es schwierig:-)
Das ist ne gute Frage. Vielleicht könnte man das als die Zeit der ersten Verliebtheit ansetzen?
Da ist man sich normalerweise noch treu.
Ansonsten – ich guck mal auf die Uhr. *duck und weg*