Nachdenkliches

Gestern war ich nun im Winterclub und hatte gehofft etwas Klarheit für mich zu bekommen.
Klar ist mir geworden, dass ich bisher tatsächlich ziemlich naiv war.
Natürlich kannte ich Zuhälter und Menschen aus dem Milieu- das bleibt nicht aus, wenn man in dieser Branche arbeitet, aber bisher hatte ich persönlich keine Probleme.
Gestern nun habe ich so vieles gehört, Zusammenhänge verstanden, Netzwerkanalysen bekommen und vieles von dem will ich glaube ich gar nicht wissen und vergesse es heute besser wieder.
” Mein Freund” ist Teil einer Gruppe, die mehrere ( Milieu) Clubs in der Stadt betreiben.
Offensichtlich gibt es da auch interne Machtkämpfe und auch Machtkämpfe mit anderen Gruppierungen.
Das größte Problem scheint offensichtlich der Nachschub an guten Mädels zu sein und da bekämpfen sie sich gegenseitig.
Madame ist auch nur ein ” Bauernopfer”, die nicht für sich, sondern im Auftrag handelt.
Ihre Aufgabe ist sozusagen die Aquise.
Da wird der Sommerclub zum Problemfall, eben weil die Frauen dort bekannterweise keine Zuhälter haben und insofern ” frei ” sind- also noch “angeworben” werden können.
Und nun kam ich ins Spiel und habe mich quer gestellt- nicht in meinem Fall- ich bin vermutlich eher uninteressant- sondern indem ich die anderen Mädels ” geschützt” habe und Madame angeraten habe, die Mädels in Ruhe zu lassen. Damit habe ich also nicht ihre, sondern die Geschäfte ihrer Hintermänner gestört.
Das am Freitag war also eine klare Ansage mich in Zukunft herauszuhalten und nach Einschätzung meiner ” Winterclubchefs” ist die Sache auch damit erledigt.
Indem ich den Rückzug aus dem Sommerclub angetreten habe, stehe nicht mehr im Weg und störe sie nicht mehr bei der Aquise.
So ganz entspannt bin ich allerdings nicht.
Zunächst stand gestern nicht mehr die Frage im Raum, ob ich weiter in dem Job arbeiten will, sondern ob ich es überhaupt kann. Das war ein Aspekt, den ich gar nicht bedacht hatte.
Natürlich musste ich meinen Chefs sagen was vorgefallen ist und ich habe gemerkt, dass sie erst einmal nachdenken mussten, ob von mir eine Gefahr für den Club ausgeht. In dem Fall hätte ich gar nicht mehr dort arbeiten können.
Sie haben sich besprochen und vermutlich auch mit anderen zum Thema telefoniert, in jedem Fall kam für mich erst morgens gegen 04.00 Uhr die ” Entwarnung”, verbunden mit einer Warnung:
Ich solle mich in der Tat vom Sommerclub fernhalten ( das hatte ich sowieso vor) und mich nicht mehr in solche Angelegenheiten einmischen, dann würde ich auch in Zukunft meine Ruhe haben.
Im Winterclub wäre ich absolut sicher – da müsste ich keine Sorge haben.
Das glaube ich dann nach dieser Nacht auch, denn wenn sie sich nicht sicher gewesen wären, dass ich dort sicher bin, wären auch andere gefährdet gewesen und ich hätte gar nicht dort bleiben dürfen.
Insgesamt macht mich das Thema aber doch sehr nachdenklich und auch wenn ich mich jetzt wieder relativ sicher fühle, hat es meine Einstellung zum Job grundlegend verändert.
So easy und ungefährlich wie ich es bisher erlebt habe, ist es eben nicht und im Moment habe ich Zweifel, ob ich weiter so unbedarft und mit viel Spaß an der Sache in diesem Job arbeiten kann.
Noch habe ich für mich keine Entscheidung getroffen, allerdings kenne ich mich lange genug und es wird in diesem Fall nicht anders sein, als bei Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen.
Gibt es erst einmal einen Riss wird der mit der Zeit immer größer, bis er nicht mehr zu kitten ist.

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7 Comments

charlotte sometimes

September 2nd, 2009 at 19:37    

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das hört sich bedenklich an, aber gut zu wissen dass du in dem einen club sicher bist. ich kann das nicht einschätzen, aber wie lange braucht es in solchen kreisen bis “gras über die sache wächst”?

venusreport

September 2nd, 2009 at 20:00    

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Das kann ich auch nicht einschätzen, aber mein Chef sagt, die Sache war in dem Moment erledigt als ich gegangen bin und das Feld geräumt habe. Wenn ich jetzt ruhig bin ist alles okay. Versprechen kann er natürlich nichts- aber das ist seine Einschätzung und da vertraue ich seiner Erfahrung.

Camdy

September 2nd, 2009 at 21:00    

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Hallo Venus,
ohne negativ klingen zu wollen, sehe ich die Gefahr noch nicht gebannt.
Magst Du auch in Deinem Winterclub sicher sein, aber was ist mit dem Weg nach Hause? Solche Leute sind findig und wenn Du denen ein Dorn im Auge bist, gibt es keine Garantie weiterhin sorgenfrei zu leben, nur weil Du Dich zukünftig raushältst.
Ich habe schon miterlebt wie ein kleine Einmischung ausgehen kann und so ein Exempel statuiert wurde. Und ob nun Gang, Familiy Clan oder Milieu, ich glaube die nehmen sich nicht viel.
Also, bitte sei auf der Hut und überlege Dir das alles gut! Hast Du denn nicht schon genug Stammkunden gesammelt, die Du direkt irgendwo empfangen könntest?

Ich will keine Panik machen, absolut nicht, aber ich hoffe für Dich und um Dich, dass Du Dir der wirklichen Tragweite bewusst bist!!!

venusreport

September 2nd, 2009 at 21:23    

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@camdy, ich bin mir schon der Tragweite bewusst und es ist nicht so, dass ich jetzt pfeifend und tanzend vor Freude die Straßen überquere.
Aber ich kann mich auch nicht ewig verstecken, selbst wenn ich den Job aufgebe, müsste ich ja ab und zu raus gehen und sei es nur zum einkaufen.
Stammkunden woanders zu empfangen wäre nicht mein Ding. Ich mag ja gerade die Baratmosphäre mit allem was dazugehört.
Ist eine Sch….situation, daran gibt es nichts zu deuten. Lieb von Dir, dass Du Dir Gedanken machst!

Judy

September 3rd, 2009 at 00:38    

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Ah Machtkämpfe. Ist leider fast überall so, auch wenn vielleicht nicht direkt mit der Tragweite wie im Milieu. :( . Hättest du denn Alternativen? Jobmäßig?

Anyway – keep your head up and take care!!
That#s the most important thing :)

venusreport

September 3rd, 2009 at 03:18    

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@ Judy, ja ich habe eine Alternative, aber das ist im Moment gar nicht der Punkt. Im Winterclub müsste ich keine Angst haben wenn dann eher weil ich durch Zufall auf der Straße gesehen werde und da schützt mich auch kein anderer Job.

Kampfschmuser

September 3rd, 2009 at 15:47    

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In der Regel wächst bei dem Verhalten von dir sofort Gras über die Sache. Und nach was Persönlichem hört es sich ja nicht an. Mach dir keine Sorgen.

Zu deinem Winterclubbesitzer: Bedenke, dass auch er deine Situation für sich nutzen kann (und wird), da er daran interessiert ist, dich für das ganze Jahr im Hause arbeiten zu haben. Da kann ein wenig Angst lassen (statt zu nehmen) und den völlig sicheren Hafen bieten, schon sauber ausreichen.

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