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Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Felix war gestern so lieb, in einem seiner Kommentare einen interessanten Artikel über Vanessa Eden zu verlinken, mit dem ich mich nun noch einmal beschäftigt habe.
Für mich enthielt der Artikel zwei Kernsätze:
“… Für “ihre Pläne” habe sie auch die negativen Seiten in Kauf genommen – Gerede, abwertendes Verhalten, Berührungsängste. “Wenn mich Leute ansprechen sind sie freundlich – Kritik kommt eher subtil.”
Stimmt leider exakt so, wie sie es sagt.
Das ist für mich persönlich eigentlich das schwierigste. Und wenn es etwas gibt, was mich an diesem Job belastet ist es genau das und nur das!
Die Menschen lächeln dir freundlich ins Gesicht und denken. ” Du bist ein Stück Dreck.”
Huren stehen in der Gesellschaft ganz unten. Selbst Drogendealer und Waffenhändler genießen mehr Respekt.
Letztes Wochenende hatte ich wieder so eine Situation, die mich wirklich sehr verletzt und eigentlich wirklich bis heute beschäftigt hat.
Ich war ja am Samstag kurz unterwegs und bin bei den Flattervögeln gelandet. Wie sollte es auch anders sein?
Ich habe dort ” meinen Stammplatz”, der auch fast immer für mich freigehalten wird.
Einige Plätze neben mir sitzt oft ( auch sein Stammplatz) ein Sänger. Ziemlich bekannt. Wir kennen uns natürlich von den Flattervögeln und haben auch oft schon einige Sätze gewechselt. Wir grüßen uns freundlich und verabschieden uns nett.
NIE ging es dabei um Sex! Ich habe ihn niemals angemacht- er mich auch nicht. Insofern haben wir immer auf der ” menschlichen”, nie auf der sexuellen Ebene kommuniziert. Als Mann habe ich ihn auch noch nie betrachtet.Wie schon einige Male erwähnt gehe ich zu den Flattervögeln weil ich meine Ruhe haben will, Männer interessieren mich da ausschließlich als Mensch.
Ich bin sicher, er hat noch NIE gesehen, dass ich mich von einem Mann habe anfassen lassen.
Ich trage keine aufreizenden Klamotten wenn ich bei den Flattervögeln bin und bin völlig normal geschminkt.
Aber natürlich weiß er was ich mache. ( Fast ) alle Frauen dort sind Professionelle.
Aber “gesehen” hat er es nie. Weder vom Aussehen, noch vom Verhalten.
Nun also zurück zum letzten Samstag:
Wir saßen nebeneinander. Es sind immer sieben Hocker nebeneinander für Stammgäste reserviert und so sitzen wir ab und zu direkt nebeneinander. Wir haben nett geplaudert, Witze gemacht. Alles wie immer.
Uns gegenüber saßen zwei Österreicher, die die ganze Zeit zu mir geschaut haben.
Das lag aber sicher auch daran, dass ich nun genau in ihrem Blickfeld saß.
Nach einer Weile haben wir uns alle zugeprostet. Auch noch völlig normal, wie man es eben in einer Bar macht, wenn man sich den ganzen Abend gegenüber sitzt. Keine Hintergedanken.
Dann standen die Österreicher plötzlich auf und kamen zu uns rüber.
Der Sänger saß am äußeren Rand, so dass sie direkt neben ihm standen. Er saß also zwischen mir und den Österreichern.
Ich habe mich kurz nach vorne gebeugt und wollte einfach nur freundlich ” Hallo ” sagen, da fährt mich dieser Sänger an: ” Misch Dich da nicht ein. Ich bin seriös!” Wortwörtlich! Ich dachte ich falle vom Stuhl!
Ich war so geschockt, dass ich im ersten Moment gar nichts gesagt habe.
Nach zwei Sekunden hatte ich mich gefangen und habe gesagt, dass ich gar nichts sagen wollte, sondern nur…” und weiter bin ich gar nicht gekommen, da hat er schon zu mir gesagt ( besser gesagt gezischt )
” …Wenn Du gar nichts sagen wolltest, dann mache es auch nicht und halte einfach nur Deinen Mund..”
Wenn ich das jetzt schreibe überkommt mich schon wieder die blanke Wut!
Was bildet er sich eigentlich ein?
Der Barkeeper, der mich gut genug kennt, ist mir sofort zur Seite geeilt, aber vor allem natürlich weil er einen Wutausbruch verhindern und den Gast “schützen” wollte. Nach der Aktion mit der Glasscheibe passt man auf mich auf:-) Aber ich habe daraus gelernt. Das passiert mir nie wieder!
Ich war einfach wütend, enttäuscht, beschämt und wieder einmal wurde mir ganz deutlich klar gemacht, wo wir in der gesellschaftlichen Rangordnung stehen. Ganz weit unten, aber freundlich “Hallo” sagen sie trotzdem alle erst einmal.
Aber ich werde das nicht vergessen! Ich bin nicht rachsüchtig, aber die Erfahrung hat mich gelehrt, dass man nur abwarten muss. Ich muss mir die Hände nicht selbst dreckig machen.
Die Strafe kommt immer von ganz alleine und oft von unerwarteter Seite. Und dann – das gebe ich zu – genieße ich die Genugtuung.

Der zweite Kernsatz des Vanessa Eden Artikels war für mich:
“…Ich würde einer Frau, die Kinder hat oder die im Berufsleben steht, niemals empfehlen sich zu outen”.
Der Hintergrund sind natürlich solche Geschichten, wie oben gerade erzählt.
Als ich mit dem Job angefangen habe, war ich in der Beziehung sehr naiv und hätte es allen erzählt, die mich gefragt hätten. Zum Glück hat mich niemand gefragt, denn heute weiß ich: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Gleich an meinem ersten Tag habe ich die Mädels gefragt, was denn z.B. die Familie zu dem Job sagt.
Ursprünglich wollte ich es eigentlich meiner Familie erzählen. Für mich war das ein ” normaler Job”, den ich selbst gewählt habe.
Eine Kollegin sagte dann und dafür bin ich ihr heute noch dankbar:
Wenn Du es Deiner Familie erzählst, entlastet Du Dich, aber Du belastest sie. Das ist ziemlich egoistisch.
Und es stimmt. Heute weiß ich es. Ich sehe den Job mit anderen Augen, weil ich ihn mache. Ich kann die Gefahren einschätzen und meide sie.
Andere ( auch meine Familie) sind von Vorurteilen, Medien usw. negativ vorbelastet. Meine Familie würde in ständiger Sorge leben, wenn sie wüssten was ich mache.
Meine Familie weiß also bis heute nicht was ich mache. Besser sie wissen es nicht und leben sorgenfrei.
Im Grunde wissen es nur drei Leute und auch hier habe ich eine riesige Enttäuschung erlebt- von daher bin ich nicht mehr naiv und werde weiter schweigen.
Meine beste Freundin, die ich seit Kindertagen kenne hat einem gemeinsamen Jugendfreund, dem sie es gerade NICHT erzählen sollte, von meinem Job erzählt. Sie hat es natürlich abgestritten und im Endeffekt ist daran unsere jahrelange Freundschaft zerbrochen. Ich bin da straight und kämpfe nicht um die Freundschaft. Wenn ich um Freundschaft kämpfen muss war es nie eine.
Auch der gemeinsame Jugendfreund hat den Kontakt abgebrochen.
Für mich ist und bleibt es unverständlich, denn in erster Linie bin ich ja ein Mensch, aber für viele Menschen bin ich in erster Linie eine Hure: Der letzte Dreck!
Und das ist die einzige Belastung, die den Job wirklich manchmal hart macht und mich an meine persönlichen Grenzen bringt.
Ich bin schon sehr hart im Nehmen und alles andere als ein Sensibelchen, aber es trifft mich trotzdem, vor allem bei Menschen, die mir etwas bedeutet haben oder die einfach ( wie der Sänger) immer ein falsches Lächeln für mich übrig hatten, das ich offen und ehrlich erwidert habe. Es enttäuscht mich.

Und zum Schluß noch ein ganzer Absatz aus dem Artikel, der auch exakt so von mir stammen könnte:
“…Will sie eines Tages selber Familie haben? Heiraten? “Momentan nicht”, sagt sie. “Dafür bin ich wohl schon zu desillusioniert.” Im Laufe der letzen Jahre habe sie sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld viele Facetten des Nicht-Funktionierens von Ehen kennen gelernt. “Aber ausschließen will ich für mein Leben nichts.”

Vibratoren vibrieren…:-)

Als ich gestern in der Bahn saß, fing meine Handtasche plötzlich an zu vibrieren. Erst dachte ich es sei mein Handy, aber das würde ja nach kurzer Zeit aufhören.
Es war mein Vibrator!
Meine Tasche ist ein Toy-Eldorado, und einer der

Vibratoren


entwickelt ab und zu ein gewisses Eigenleben und fängt dann aus heiterem Himmel an zu vibrieren!
Jetzt konnte ich schlecht in der vollbesetzten Bahn in die Tasche greifen und nach dem Vibrator suchen um ihn auszustellen.
Damit mein Sitznachbar sich nicht wundert was da in meiner Tasche zappelt habe ich sie auf den Schoß genommen. Es war gar kein unangenehmes Gefühl ständig die leichte Vibration zu spüren. Das könnte man weiterentwickeln:-)
Als ich umgestiegen bin habe ich den Vibrator in einer stillen Ecke schnell ausgeschaltet.

Jokertag

Ein ” Problem” in unserem Job ist, dass wir nie wissen, wann es sich lohnt arbeiten zu gehen.
Es gibt Tage, da verdient man gar nichts und dann wieder Tage, an denen man an einem Tag genug für die Ausfälle der anderen Tage verdient. Nur weiß man eben leider nie, wann welcher Tag ist.
Es gibt keine ” sicheren” oder ” unsicheren” Tage.
Die ” Finanzkrise” macht sich bei uns insofern bemerkbar, dass wie mehr arbeiten müssen, um auf den gleichen Schnitt zu kommen. Früher habe ich ca. 3-4 Tage weniger im Monat gearbeitet und das gleiche verdient. Noch aber können wir es kompensieren.
Zur Zeit arbeite ich eigentlich von Montag – Samstag, nehme mir aber je nachdem, was ich verdient habe oder ob geplante Ausgaben vor der Tür stehen 2- 4 ” Jokertage” im Monat, an denen ich frei mache.
Das entscheide ich spontan.
Heute habe ich mir einen solchen ” Jokertag” genommen. Mir geht das Wetter auf die Nerven, es stürmt und regnet den ganzen Tag und ich bleibe zu Hause.
Vor zwei oder drei Wochen hatte ich auch am Donnerstag einen ” Jokertag” genommen und mich nachher geärgert. Ausgerechnet an diesem Tag haben zwei Gäste mir SMS geschrieben, bzw. angerufen, ob ich nicht da sei. Das wäre also ein guter Tag geworden, aber wie gesagt, man weiß es nie vorher.
Heute denke ich einfach, dass keiner Lust hat nach draußen zu gehen wenn er nicht unbedingt muss, also wird bei uns auch nicht so viel los sein.
Jokertage sind bei mir immer ” teure” Tage. Nicht nur, dass ich sicher nichts verdiene, nein, ich nutze die Zeit um dann vorzugsweise bei eBay shoppen zu gehen.
Gerade habe ich auch wieder zugeschlagen. Das geht bei mir ganz schnell. Ein Sofort-Kauf hier und da und dort und dann noch ein paar Gebote abgegeben. Wenn ich bei allen Geboten, die ich gerade abgegeben habe Höchstbieter bleibe wird das ein teurer Donnerstag:-) Aber es macht Spaß!
Dann wären allerdings die Jokertage für Juni gestrichen:-)

High Heel Fetischist

Ich bekenne: Ich bin ein High Heel Fetischist.
Vermutlich bin ich schon mit High Heels zur Welt gekommen.
Stiefel, Pumps, Mules, Sandaletten müssen klassisch und elegant sein und schon schlägt mein Herz schneller. Kein Chichi wie silberne Absätze oder anderer Firlefanz.
Mir ist es schon einige Male passiert, dass mich wildfremde Menschen auf der Strasse auf meine Schuhe angesprochen haben.
Letzte Woche aber habe ich das bisherige Highlight erlebt:
Ich sitze in der Bahn und sehe schon aus dem Augenwinkel, wie einer meiner Sitznachbarn auf meine Stiefel starrt. Ich genieße das, schließlich finde ich sie selbst sehr sexy.
Als er aber aussteigt drückt er mir einen Zettel in die Hand:
” Der Magie Ihrer schönen Stiefel konnte ich mich nicht entziehen, sollte ich Ihnen zu nahe gekommen sein, verzeihen Sie mir bitte. Gerne würde ich Ihnen dazu ein paar Gedanken schreiben- und dann folgt eine Mailaddy.
Ich werde ihn einfach hierher einladen, dann kann er gerne seine Gedanken mitteilen.



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